Marokko im Trabant Der Reisebericht

Afrika 2006

In den letzten Jahren und mit den bisher bereisten Ländern wuchs ein kleiner, aber durchaus ernster Wunsch in mir: Irgendwann… IRGENDWANN will ich mal Europa verlassen mit meinem Trabant.

Als dieses Jahr die Reiseplanungen begannen und die spanische Landkarte vor Conny und mir lag, haben wir beide schon heimlich vermessen, wie weit unser Ferienziel Torrevieja bei Alicante eigentlich von der Straße von Gibraltar, und damit von Afrika entfernt ist.
Es hat nicht lange gedauert, bis wir uns einig waren, den Spanien-Urlaub um einen „kleinen Abstecher“ zu erweitern.

Tag 1: Am 31. August (Donnerstag) war es endlich soweit. Das Auto war gepackt, eine Höherlegung der Hinterachse verbaut, alle Wartungsarbeiten erledigt und die Fressereien gekauft und in der Kühlbox verstaut.
Eigentlich war nur ein kleines gemeinsames Abendessen im Trabant-Club geplant. Da aber am selben Tag die Thüringer Allgemeine über unsere Tour berichtete, standen plötzlich 2 Radiosender und das MDR-Fernsehen auf der Matte und wollten ebenfalls noch versorgt werden. Aber auch die Presse wurde abgefertigt, unsere Vereinskollegen verköstigt und gegen 21:00 Uhr startete dann tatsächlich der Trabantmotor.
Als erstes Ziel war Mulhouse (Mülhausen) in Frankreich angesetzt. Die Fahrt verlief auch völlig reibungslos und zügig und gegen 6 Uhr stellten wir unser Dachzelt bereits in Frankreich auf. JETZT beginnt unser Urlaub nun wirklich!
Wir hatten einen netten, ruhigen Waldparkplatz erwischt, aber länger als bis kurz vor 11 hat es uns nicht im Bett gehalten!

Tag 2: Was gibt’s in Frankreich zum Frühstück? Das mitgebrachte Toastbrot ganz sicher nicht! Zwei Kilometer weiter fanden wir uns in einer französischen Bäckerei wieder. Eigentlich war es keine Bäckerei, sondern eine „Baguette-Bude“. Was anderes als Baguettes gab es dort nämlich nicht. Das erste mal „bonjur“ und „merci“ über die Lippen zu kriegen ohne zu lachen hat auffällig gut geklappt!
Wenige Kilometer weiter standen wir auch einen wunderbaren Parkplatz direkt an einem großen Fluss und wir haben ausgiebig gefrühstückt.
Weiter ging es ziemlich unspektakulär durch Frankreich bis zur Mittelmeerküste, die wir als Tagesziel für den zweiten Tag anvisiert hatten. Kurz nach Mitternacht kamen wir dort auch an. Auch die zweite Nacht verbrachten wir wild campend mitten in der Pampa. Diesmal ganz abgelegen in den Weinbergen. Bis hierhin sind wir bereits 1300km gefahren.

Tag 3: Die Straße führte direkt am Mittelmeer entlang. Obwohl das Wetter nicht so toll und das Wasser auch ziemlich kalt war, entschloss sich Conny für eine kurze Erfischung. Nach kurzer Pause ging’s dann aber sofort weiter. Immer Richtung Pyrenäen! Es dauerte auch gar nicht so lange, bis sich die Landschaft änderte. Die Berge wurden immer höher, die Straßen immer schmaler und irgendwie wurde es spannender jetzt. Am frühen Nachmittag haben wir uns etwas verfahren und mussten auf einem etwas unebenen Parkplatz wenden. Ohne bei Schrittgeschwindigkeit etwas negatives im Fahrverhalten zu merken, hörten wir plötzlich ein deutliches Poltern und Schleifen. Das klingt nicht gut! Der erste Blick ging in Richtung Hinterachse und ich konnte ein deutliches „Scheeeeiiii***e“ nicht unterdrücken. Diagnose: Eine Schraube der Hinterachsaufhängung hatte sich freundlich winkend verabschiedet. Direkt gefolgt von meinem lauten Fluchen „WIIIIEEEE oft haben wir diese schei*** Schrauben nachgezogen?!“
Vorgeschichte: Bei der Montage der Höherlegung zu Hause ließ sich eine dieser Schrauben schon trotz aller Gewalt nicht lösen. „Gut“ dachte ich mir, „dann bleibst du halt dran!“ Die Entscheidung war dann wohl falsch.. Knapp 1500km von daheim löste sich die Schraube dann nämlich doch. Und zwar durch Reißen. Nach „fest“ kommt also wirklich „ab“, wie uns so sehr eindrucksvoll demonstriert wurde.
Ersatz war durchaus vorhanden, aber wie bekommen wir den Rest der Schraube aus dem Gewinde? Mit Bordmitteln jedenfalls nicht, auch wenn unsere Zangen stattlich dimensioniert waren. Es bleibt also nur ausbohren.
Nun gesellte sich auch ein deutsches Wohnwagengespann zu uns. Wir haben sie allerdings doch weiterfahren lassen, obwohl sie Notstromer und Bohrmaschine dabei hatten. Aber ohne passenden Bohrer und Gewindeschneider kommen wir so auch nicht weiter. Zwei Minuten, nachdem er weggefahren war, kam er auch schon wieder mit froher Kunde zurück: „Da oben, 200m weiter, gibt’s ne Werkstatt, die haben noch offen!“. Samstag Nachmittag nenn ich das echtes Glück auf `nem Dorf! Ich blieb bei den Klamotten, die wir aus dem Kofferraum geräumt hatten zurück und Conny fuhr zur Werkstatt. Zwei Stunden später kam der Trabant auf eigenen Rädern zurück. Zwar nur provisorisch geflickt, aber das 10er Gewinde wird halten. Wenn nicht bekommen wir den Rest wenigstens aus eigener Kraft wieder herausgedreht.
Auch wenn es nur zwei Stunden Zwangspause waren, sollte es unseren Zeitplan doch etwas durcheinander bringen. Andorra im Hellen zu erleben wird nun knapp. Kurz darauf war uns der Zeitplan egal. Wir fanden uns mitten in den Pyrenäen wieder. Als wir an einem klaren Bach zum fotografieren anhielten, beschlossen wir diese Gelegenheit zu nutzen und endlich mal zu „duschen“ es war sicher bitter nötig!
Auch die nächsten Kilometer verbrachten wir häufig mit Fotostopps. Es war auch eine beeindruckende Landschaft.
Mit empfindlichen Ohren durch die letzte Panne bereitete uns ein plötzliches blechernes Geräusch ernsthafte Sorgen. Haben wir was verloren? Anhalten, Lage checken! Ich lief zurück und kontrollierte die Straße, Conny das Auto. Entwarnung. Das Geräusch, als ich über eine Fischbüchse stolperte glich dem eben Gehörten sehr auffallend. Dummerweise fand Conny trotzdem einen etwas mitgenommen Keilriemen im Motorraum vor. Eine knappe Viertelstunde später verweigerte dieser seine Mitarbeit gänzlich und überließ die Verantwortung seinem Kollegen aus dem Kofferraum. Bei diesen fast schon obligatorischen Handgriffen auf weiten Reisen lernten wir auf dem Kamm der Pyrenäen einen sehr netten Franzosen kennen, der sich sehr für den Trabant -und wie sich später herausstellte auch für osteuropäischen Motorsport- interessierte.
Als wir ihn dann mit unserer nun fertigen Krümmersuppe beeindrucken wollten, beeindruckte er uns mit original französischer Suppe, die er fix im Wohnmobil für uns zubereitete! Vielen Dank dafür an dieser Stelle! Im nächsten Dorf hielt ich sehr besorgt meinen Kopf aus dem Auto. WAS ist das für ein Geräusch? Geschwindigkeits- nicht drehzahlabhängig und praktisch nur an den Reflektionen der Häuserwände zu hören. Weit ab von daheim schaut man danach besser früher als später. Wenig später war die Vorderachse aufgebockt und wir drehten an den Rädern. „Tick , Tick ..“ ganz leise aber immer schön pro Radumdrehung. Wir konnten es ziemlich eindeutig dem Getriebe zuordnen. Jetzt kamen ernste Sorgen auf. Für das Getriebe haben wir keinerlei Ersatzteile dabei. Da das Geräusch sehr leise war und mechanisch kein Fehler festzustellen war, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt (was hätten wir auch für Alternativen gehabt?!). Beim nächsten Tankstopp war kein Geräusch mehr auszumachen. Auch gut! 😉
Leider wurde es schon dunkel, als die Schilder „Andorra“ und auch bereits Spanien ankündigten. Sehr viel haben wir deshalb von Andorra auch nicht gesehen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz erreichten wir dann auch schneller als erwartet die spanische Grenze. Na gut, schlafen wir eben in Spanien. Ein Platz am Ufer eines Flusses war schnell gefunden und uns fielen mittlerweile sowieso die Augen zu. Viele Kilometer hatten wir heute nicht geschafft, aber sehr viel erlebt und gesehen! Jetzt waren wir immerhin schon in Spanien. Der Kilometerzähler zeigte nun 1700km an.

Tag4: Der nächste Morgen überraschte uns mit einem überwältigendem Blick aus dem Dachzelt. Wir standen vor einer riesigen Felswand.
In Spanien selbst hatten wir uns für die Hinfahrt kostenlose Autobahnen im Landesinneren ausgesucht. Relativ uninteressant, aber am Abend fanden wir uns nach ca. 900(!) zurückgelegten Kilometern schon in Südspanien auf einem netten Campingplatz wieder. Zeit und Gelegenheit zum Duschen und zum quatschen mit deutschen Touristen!

Tag 5: An diesem Montag sollte eigentlich der Affenfelsen in Gibraltar als Ziel erreicht werden. Wir erreichten auch am Nachmittag die britische (!) Grenze. Dummerweise erreichten wir den „Upper Rock“ so spät, dass wir nicht mehr auf den Felsen gelassen wurden. Meine Affen konnte ich mir also abschminken, sehr ärgerlich!
Es folgten also noch ein paar Fotos des Felsens und ein Besuch des „Europa-Point“, der südlichsten Spitze von Gibraltar. Bei gutem Wetter kann man von hier aus Afrika sehen. Heute leider nicht.
Zeit für eine wichtige Entscheidung: „Auf zur Fähre?“ – „Na klar!“
Kurz darauf befanden wir uns am Fährterminal von Algeciras. Der Blick zur Anzeigentafel verriet ein Schiff, dass in 15 Minuten ablegt. Das ist zu schaffen, bestätigte, die freundliche Dame am Schalter und zwei Minuten später saß ich mit den Tickets auch schon im Trabant, der im selben Moment aufs PKW-Deck der Fähre rollte.
Bei einem Käffchen an der Schiffsbar konnten wir uns ein Grinsen nicht verkneifen. Gut, die letzten Minuten waren etwas stressig aber hey, in 20min legt der Kahn an und dann haben wir afrikanischen Boden unter den Rädern! Kurz darauf kam auch schon die Küste und er Hafen von Ceuta in Sichtweite. Bald darauf öffneten sich die Luken des Katamarans und der Moment, dem wir seit Monaten entgegenfieberten, kam mit großen Schritten auf uns zu: Mit leisem „Klackklack“ setzten unsere Räder das erste mal auf nichteuropäischen Beton auf. Ein lautes A-F-R-I-K-A ! aus dem geöffneten Fenster konnte ich in diesem Moment nicht unterdrücken!
Den ganzen Abend verbrachten wir noch in Ceuta und erst, als es schon dunkel war und auch unsere Uhren zwei Stunden zurück gestellt waren, begaben wir uns an die marokkanische Grenze. Hier wurden wir durch die „Freundliche Hilfe beim Ausfüllen der Formulare“ schon mal 20€ los. Tolle Begrüßung. Zwei Zettel ausfüllen hätten wir auch selber gekonnt. Naja, nach einer guten halben Stunde war auch diese Hürde genommen und wir waren nun tatsächlich in Marokko. Irgendwie war hier wirklich alles anders. Nun hatten wir also die schwere Aufgabe, in einem fremden Land und einer fremden Kultur mitten in der Nacht einen Platz zum Schlafen zu finden. Das größte Problem: Sturm war aufgezogen und der Nebel war auch teilweise eklig. Das Dachzelt aufzuschlagen war bei diesem Sturm aussichtslos. Und auch eine geschützte Ruhige Ecke zu finden, war bei diesem Wetter nicht zu schaffen. Also. Was blieb uns? Weiterfahren? Da würden wir viel verpassen, was wir Tagsüber sehen und erleben könnten. Außerdem waren wir auch beide hundemüde. Wir hielten einfach am Straßenrand an und übernachteten im Auto. Das ging auch zu zweit erstaunlicherweise gut.

Tag 6: Natürlich kann man so nicht ewig schlafen. Ein paar vorüber fahrende LKW weckten uns gegen 6 und wir falteten uns aus dem Auto. Nun konnten wir Marokko erstmals bei Tagslicht erleben. Irgendwie war es so, wie wir uns es vorstellten (nach Rumänien schockt uns so schnell nichts mehr!) Landschaft, Leute, Autos… Alles sah irgendwie anders und fremd aus. Das einzig Vertrauenserweckende weit und breit war unser Trabant! 🙂
Die grobe Marokko-Route stand ja längst fest und wir begaben uns nun also auf den Weg Richtung Westen. Richtung Atlantik-Küste.
Nach dem Besuch der Herkules-Grotten ging es zum Baden an den Atlantik. Hier fanden wir einen tollen, riesigen, menschenleeren Sandstrand. Der Wind war immer noch heftig. Am Strand wurde man regelrecht gesandstrahlt. Die Wellen waren natürlich dementsprechend dimensioniert! Das entschädigt!
Hier fanden wir zufällig einen kleinen, aber feinen „Konsum“ in einem Dorf. Ein paar Flaschen Wasser, Fladenbrot (was anderes gibt’s hier auch nicht) und ein paar Süßigkeiten haben wir hier auch gefunden.
Unsere Route führte jetzt an der Atlantikküste entlang Richtung Süden. In Asilah fanden wir auch einen vernünftigen Campingplatz. Nachdem wir uns hier etwas ausgeschlafen haben, war noch einmal kurz baden angesagt und als es langsam dunkel wurde, ein Stadtbummel.
Abendliche Dämmerung bedeutet hier so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir gewohnt sind. Hier ist das die Zeit, in der die Stadt zum Leben erwacht. Leute gehen einkaufen, essen, spazieren. Die Geschäfte öffnen, die Kneipen werden voll, irgendwie beginnt jetzt das arabische Treiben, wie man es sich vorstellt!
Wir stürzten uns mitten ins Getümmel. Wir liefen vorbei an Obstständen, Bäckereien, Friseur-Stübchen, Kneipen und Geschäften, wo es jeden Krimskrams gab. Während ich mir alles ansah und gar nicht so recht fassen konnte, in was für eine Welt uns der kleine Trabant gefahren hatte, hielt Conny Ausschau nach einem Barbier. Der Laden sollte möglichst klein, alt und speckig sein und der Barbier selbst am besten ebenfalls! Der dritte oder vierte Seitenstraßen-Friseur entsprach etwa diesem Schema. Ein grinsender, kleiner, steinalter, bärtiger und braungebrannter Mann freue sich sichtlich über Besuch und bat uns freundlich herein. Hinter einer hellblauen Brettertür erwartete uns vermutlich genau das, was sich Conny vorgestellt hatte. Ein Friseur-Laden aus dem vergangenen Jahrhundert. Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Conny konnte das „Alles ab!“ auch so erklären, dass es richtig verstanden wurde. Das Ergebnis war ganz okay und der Preis auch, obwohl er mit Sicherheit Touristen angepasst wurde (umgerechnet 5€).
Dieser Abend bescherte uns noch einige Eindrücke, wie man hier so lebt. So fanden wir auch eine nette Kneipe zum Abendbrot, schlenderten noch etwas durch die Altstadt, die jetzt richtig erwachte und beendeten unseren Rundgang auf einem kleinen Rummel direkt am Strand. Ein einziges Durcheinander hier! Die Leute prügelten sich fast um die Plätze beim Autoscooter und über allem klang diese Rummelmusik, wie man sie bei uns zu Hause höchstens aus der Dönerbude kennt. Wir blieben ne ganze Weile und sahen diesem Treiben begeistert zu.
Tag 7: Langsam kehrte auch die Ruhe zurück. Wir hatten keine festen Termine mehr, außer möglichst viel vom Land zu sehen in den paar Tagen, die wir hier hatten. Am Vormittag brachen wir dann langsam auf. Bis Larache entlang der Atlantikküste und von dort an sollte es eine Pistenstrecke an einem Stausee entlang gehen bis nach Fés. Aufgrund einer Polizeisperrung dieser besagten Piste, mussten wir mit der modernen Asphalt- und Teerstraße vorlieb nehmen. Schade eigentlich. Wir blieben auf recht guten Straßen. Hin und wieder mussten wir nur auf Leute mit Eseln aufpassen (meistens Frauen oder Kinder), die gerade damit beschäftigt waren, Wasser zu holen. Damit sie das nicht alle Nasen lang machen müssen, waren die armen Tiere natürlich heillos überladen. Ansonsten ist auf den Straßen viel los. Alte, verbeulte Diesel-Mercedes-PKWs oder LT’s, gern auch als Sammel-Taxi, und natürlich jede Menge Fußgänger, selbst fernab der Dörfer.
Irgendwann am späten Nachmittag fanden wir dann auch einen Weg zum Stausee. Wir nutzen die Gelegenheit zum baden. Als wir damit fertig waren und uns der Krümmersuppe widmeten, kamen zuerst ein paar Leute, die ihre Kuh zum saufen brachten und danach noch welche, die ihren Mercedes LT IM SEE (!) wuschen. Alles etwas merkwürdig hier. Es war bereits dunkel, als wir von einem Gebirgskamm die Lichter von Fés erblickten. Da war es also: unser eigentliches Ziel. Knapp 2400km Luftlinie trennen uns jetzt von daheim und einer völlig anderen Welt!
Ohne genau zu wissen wohin, fuhren wir kurz darauf in die Stadt. Noch nicht ganz drin sprach uns während der Fahrt ein junger Moped-Fahrer an „Camping?“ – „Yes!“ –„Please follow me!“. Ich sah Conny an und fragte: „Fahren wir hinterher?“ „Klar! – mal gucken, wo er uns hinführt.“
Es ging (wie man auch im Track gut sehen kann) auf direktem Weg zu einem richtig guten Campingplatz direkt am Stadtrand von Fés. Irgendwie hatten wir dann doch nicht mit so viel ehrlicher Hilfsbereitschaft gerechnet. Ich sagte schnell noch zu Conny, dass das uns durchaus 50 Dirham wert sein sollte, aber unser Führer lehnte ab. Das läuft hier anders, wie wir am nächsten Tag merken sollten.
Natürlich hatten wir einen Guide erwischt, der Touristen die Stadt zeigt. Das kam uns auch ziemlich gelegen, so hatten wir für den nächsten Tag gleich einen Reiseführer für die Altstadt. Man soll natürlich den Preis VORHER festlegen, is klar! Genau das taten wir auch und fragten nach dem Preis für die Führung am nächsten Tag. „Aaaaach, das läuft bei uns so.. du kannst zahlen, was du möchtest, Richtpreis ist aber 100 Dirham (ca.10€)“ sagte er in sauberstem und prima zu verstehendem Englisch. Ein fairer und optimal eingefädelter Deal! Die Ankunft in Fés verlief beispielhaft.
Frisch geduscht schliefen wir kurz darauf im Dachzelt unter Eukalyptusbäumen ein. Am nächsten Morgen packten wir unseren Krempel und begaben uns zur Rezeption, wo unser Guide und ein älterer Mann wartete, den er uns als sein Vater vorstellte. ER sollte nun mit uns in die Stadt gehen. Na gut, warum nicht. Der Mann sprach sogar deutsch. Natürlich war keine Rede mehr von 100 Dirham, sondern von 200. Aber das sollte uns nicht weh tun. Das war auch o.k. Wir drehten zuerst eine kleine Stadtrunde mit dem Petit-Taxi und besichtigten ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadt wie beispielsweise den Königspalast. Diese kleinen Taxis (fast alles Fiat Uno) sind echte Bus-Alternativen. Für 16Dirham (gut 1,50€) kann man bequem durch die ganze Stadt fahren. Selbst fahren ist da kaum billiger.
Nun war so ziemlich das Highlight des Marokko-Trips angesagt. Die Medina von Fés. Hinter ein paar Straßenecken, direkt hinter der Stadtmauer begann das Markttreiben. So etwas hatten wir noch nie gesehen. Die Gässchen dort sind keine 2m breit und an beiden Seiten gesäumt von Ständen, die Fleisch, Fisch, Gewürze, Bananen, Stoffe, Seide oder Handwerkskunst anbieten. Dort wo sich die Handwerker wie Scherenschleifer, Tischler, Schnitzer, Weber, Spinner usw. angesiedelt hatten, gab es, genau wie bei den Verkaufsständen, keinerlei Türen oder Wände zur Straße. Man stand beim vorübergehen praktisch mitten in der Werkstatt und die Typen hämmerten munter an ihrem Hocker weiter oder schliffen irgendwas an einem Schleifstein, den sie mit den Füßen antrieben. Absolut beeindruckend.
Hin und wieder wurde es laut und man musste aus dem Weg, weil irgendjemand seinen Esel oder Maultier voll beladen durch die engen Gassen zerrte. Ist man mit Führer auf arabischen Märkten unterwegs, wird man sich zwangsläufig irgendwann bei leckerem Tee irgendwo bei einem Teppich-Händler wieder finden. So sollte es auch uns geschehen. Wir sahen zwar interessiert zu, hatten aber nie die Absicht einen (für schweineteures Geld – Kreditkarten gern gesehen!) zu kaufen. Wir mussten lange reden, bis das auch der Marokkaner verstanden hatte, der im übrigen auch perfektes Deutsch sprach. So ging es weiter durch diverse Tuch-, Leder-, Seiden-, Messing-, Lampen- und Instrumentenläden, um nur einige zu nennen. Offensichtlich gibt es hier ein organisiertes Provisionssystem. Conny ist nur schwach geworden beim Kauf eines Kaftans und später in der Gerberei bei ein paar Schuhen.
Die Gerberei war dann auch der nächste Ort der Besichtigungstour. Von einem Balkon konnte man auf jahrhunderte alte Becken blicken in denen Leder gegerbt wurde. Ich glaube, JEDER Fés-Reisende und jeder Reiseführer hat davon ein Foto und ich brauche nicht weiter darauf einzugehen.
Kurz darauf war dann auch unser Stadtrundgang vorbei und unser Guide empfahl uns ein günstiges aber gutes Lokal für das Mittagessen.
Nachdem er ungefragt mein Wasser ausgetrunken hatte 🙂 rückte er auch langsam mit seinen Preisvorstellungen heraus: „Najaaa, es war ja doch etwas länger…. blablabla…. 300Dirham wären angemessen..“ Ach so funktioniert das hier! Is klar! Aber wir Ossis lassen uns den Urlaub nicht so einfach vermiesen! 15€ pro Person geht für einen mehrere Stunden langen Stadtrundgang schon in Ordnung!
Nachdem wir auf dem Campingplatz noch ein paar Postkarten geschrieben haben (die übrigens bis heute noch nicht angekommen sind), machten wir uns langsam auf den Weg nach Norden.
Als es dunkel wurde merkten wir, dass wir jetzt ein Problem bekommen würden. Mittlerweile befanden wir uns in den ersten Ausläufern des Rif-Gebirges. Rechts Abgrund, links Felsen oder umgekehrt. Keine Seitenstraße oder Feldweg, wo man ungestört hätte übernachten können. Außerdem latschten laufend irgendwelche Leute umher, die einen dann eh nur angemacht hätten. Auch nachts. Man muss wissen, im Rif wird hauptsächlich Haschisch angebaut und natürlich auch vertickt. Jeder will einem also irgendwelche Bröckchen verkaufen. Wir hielten jedenfalls an und ich begab mich zu Fuß mit der Taschenlampe auf Erkundungstour während Conny beim Auto blieb. Irgendwann wendete auch mal ein Benz und ich versteckte mich, um dussligen Gesprächen aus dem Weg zu gehen. Was optimales zum Schlafen habe ich nicht gefunden, als ich wenig später zum Auto zurückkehrte. Besagter Benz stand genau daneben. Als ich näher kam sag ich einen freundlich blickenden Marokkaner und Conny englisch sprechend telefonieren. Ich war gespannt, wie diese Geschichte weiter gehen sollte. Zunächst folgte eine längere Diskussion mit den 2 Typen aus dem Mercedes (der übrigens weniger verbeult und auch neuer war als die meisten Anderen). Die Zwei wollten uns unbedingt mit nach Hause nehmen: „Los, kommt mit, da könnt ihr schlafen, wir essen was, trinken was, kiffen was, reden..“ Mir was das ziemlich suspekt. Conny auch, aber bei ihm überwog die Neugierde und seine Hoffnung, eine typisch Marokkanisch Familie kennen zu lernen. In diesem Falle waren das zwar Haschischbauern, aber das tut ja nichts zur Sache. Irgendwann standen wir tatsächlich bei den Jungs vorm Haus. Ich blieb erst mal beim Auto während Conny (es war seine Idee, also hab ich ihn vorgeschickt *g*) die Lage checkte.
Unsere Angst war offenbar wirklich unbegründet. Die ganze Familie war wirklich in Ordnung und wir mussten weder was rauchen noch schmuggeln.
Der Abend bot dann tatsächlich tiefe Einblicke ins arabische Leben. Uns wurde ein beeindruckendes Abendessen serviert und der Hausherr präsentierte stolz seine Satelliten- und Video-Technik. Für den Rest des Abends lief „extra für uns“ QVC, HSE oder irgend so ein Quatsch im Fernsehen während uns auf der Videokamera seine Hochzeitsfilme gezeigt wurden. Immer mit dabei: „Badar“ (übrigens der einzige, dessen Namen wir kennen gelernt haben), ein etwa dreijähriger Stöppel, der die ganze Zeit dort mit rumwuselte.
Später am Abend haben wir uns dann aber doch ins Dachzelt verkrochen. Das konnten die Jungs zwar gar nicht verstehen, aber ich wollte das Auto echt nicht aus den Augen lassen.

Tag 8: Am nächsten Morgen gab es dann natürlich noch ein leckeres Frühstück. Die Dame des Hauses, die wir sonst nur selten zu Gesicht bekamen, leistete auch hier wieder prima Hausarbeit. Badar war natürlich auch schon munter.
Irgendwann sind wir aber doch noch losgekommen und fuhren eine tolle Strecke übers Rif zur Mittelmeerküste. Die Landschaft und die Straßen im Rif waren wieder umwerfend. Das einem an jeder Straßenecke was zu Rauchen angeboten wird, kann man ganz gut ignorieren.
Schneller als erwartet tauchten die ersten Schilder mit „Sebta“ (also Ceuta) auf und wir mussten uns also damit abfinden, Afrika den Rücken kehren zu müssen. So entstanden kurz vor der Grenze noch ein paar Bilder mit weidenden Kamelen und kurz darauf kam mit großen schritten die Grenze auf uns zu. Auch hier versuchten wieder ein paar „hilfsbereite Marokkaner“ uns bei den Formalitäten zu helfen. Dieses mal allerdings vergebens!
Obwohl die Schalter fast alle leer waren und nur wenige Fahrzeuge passieren wollten, wartete trotzdem jeder auf irgend etwas. Nachdem wir die Prozedur langsam verstanden haben und alle Unterschriften und Stempel zusammengesammelt hatten, fuhren wir nach einer guten halben Stunde wieder auf spanischem Boden. Hier galt es zunächst voll zu tanken (88cent der Liter Super – zollfrei). Einen wirkliches Terminal zum Ticketkaufen wie in Algeciras fanden wir hier zwar nicht, aber ein kleiner Schalter der unzähligen Ticketbuden ging genauso gut. Tcha, und wenige Minuten später stand der staubige Trabant wieder im Bauch des riesigen Katamarans und wir sicherten uns die besten Plätze auf dem hinteren Sonnendeck, vor dem wenig später die hintere Ladebordwand die ganze Sicht versperrte.
Trotzdem erkannten wir wenig später bereits den Felsen von Gibraltar im Norden und gleichzeitig beim Zurückblicken die Afrikanische Küste. Beeindruckend!
Das Dumme war, dass wir jetzt unsere Uhren wieder 2h vor stellen mussten und damit der Affenfelsen wieder nicht erreichbar war. Dumm gelaufen.
Wir lagen gut im Zeitplan. Erst übermorgen mussten wir den Rest von uns in Alicante vom Flugplatz abholen. Uns blieb für die gut 600km der ganze morgige Tag. Einen Teil davon wollten wir aber heute noch fahren. Wir suchten uns also einen Campingplatz kurz hinter Malaga. Interessanterweise waren wir hier das dritte Auto mit Dachzelt. Ein spanischer und ein schweizer Geländewagen waren ebenfalls so hier. Den Weg zum Schweizer, den wir später besuchen wollten, konnten wir uns sparen, da dieser wenig später bei uns am Auto stand und wir unsere Erlebnisse austauschen konnten. Den Abend verbrachten wir dann noch bei anderen Deutschen am Wohnmobil, die uns auf ein Bier eingeladen hatten.

Tag 9: Jetzt wurde es zeit, nach Torrevieja aufzubrechen. Es galt, die Ferienwohnung zu beziehen und diese erst einmal zu finden. Außerdem lagen auch noch gut 450km vor uns. Trotzdem verlief der Tag und die Tour recht unspektakulär. In Torrevieja angekommen, bekamen wir praktisch genau nach unserer Afrika-Tour das „vereinte Europa“ zu spüren, als wir einen Rentner in unserem stümperhaften Englisch angesprochen haben um nach dem Weg zu fragen. Mit seiner Antwort „sie können auch deutsch mit mir reden“ hatten wir irgendwie nicht gerechnet. Hier wimmelte es natürlich nur so von Toristen.

Tag 10: Nun war es Zeit, die „Pauschaltouristen“ vom Flugplatz in Alicante abzuholen. Glücklicherweise stand uns für die kommenden Tage ein Kleinbus zur Verfügung. Jetzt waren wir ja immerhin zu sechst.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit dem, was man eben als „normalen Urlaub“ bezeichnet. Wir waren oft baden, haben einen Palmenpark, einen Safaripark und den ein oder anderen Markt besucht. Auch ein Ausflug mit dem Schiff zum Inselchen „Tabarca“ durfte nicht fehlen. Mit Conny war ich ein paar mal tauchen. Für mich waren es ein paar weitere Tauchgänge (nach Sizilien und Korfu), für Conny seine ersten Erfahrungen mit Pressluft überhaupt. Alle zusammen haben wir ganz nebenbei auch noch 4 Geocaches gefunden in und um Torrevieja.
Es war eine tolle Zeit, aber irgendwie freute ich mich schon auf den Rückweg.

Rückfahrt Tag 1: Schneller als erwartet war es dann auch soweit. Wir brachten am frühen Morgen die Damen zum Flugplatz und packten anschließend die restlichen Sachen zusammen und verstauten alles im Trabant. Gegen Mittag waren wir dann wieder auf der Piste. Dieses mal immer an der Mittelmeerküste entlang. Tagesziel: Frankreich
Gegen Mitternacht erreichten wir auch die französische Grenze. Seit kurzem hatte es begonnen, etwas feucht zu werden auf der Straße und es fing leicht an zu regnen. Das sollte die nächsten 24 Stunden auch nicht besser werden.
Wir schlugen unser Zelt kurz hinter der Grenze auf einem Parkplatz an der Landstraße auf, weil wir keine Lust hatten, noch ewig einen abgelegenen Schlafplatz zu suchen und gönnten uns die erste „Mahou“ (spanisches Dosenbier).

Rückfahrt Tag 2: Lange geschlafen haben wir nicht. Es ging relativ zeitig weiter. Leider nur wenige Kilometer. Bei relativ hoher Geschwindigkeit fing plötzlich unser Heck an, instabil zu werden und ich hatte Mühe, das Auto auf der Straße zu halten. Da ich wusste, was los war, reichte die kurze Bemerkung: „Das war unsere Hinterachse“. Der Blick nach dem Anhalten am Seitenstreifen bestätigte den Verdacht. Das Provisorium, dass nun schon immerhin 4000km gehalten hatte, hatte seinen Geist aufgegeben. Nicht sehr verwunderlich, war es doch deutlich schwächer dimensioniert als das Original. (Schraube 8.8 M10 statt 10.9 M12x1,75). Da wir jetzt allerdings die Reste leicht aus den Gewindegängen popeln konnten, und das neue Provisorium (hält es wieder 4000km, reicht das dicke!) fix montiert war, ging es nach weniger als 30 Minuten weiter. Inklusive Händewaschen.
Aus Geiz fiel Autobahn aus in Frankreich. Wir haben es auch sein gelassen, uns eine schnelle Route auf der Karte auszusuchen und trauten uns voll und ganz „Tante Navi“ an. Keine schlechte Idee, wie sich am Tagesende herausstellte. Wir sind zwar definitiv nicht die schnellste Strecke gefahren aber eine landschaftlich sehr reizvolle. Leider war es den ganzen Tag nie wirklich trocken. Immer nieselte es etwas und auch längere Regenstrecken waren eher die Regel als die Ausnahme. Abends sind wir (das erste und einzige mal!) Bei Mc D. eingekehrt. In der Dämmerung ging es dann weiter. Der Tageskilometerzähler zeigte 200km an, also LANGSAM sollte man sich nach Tankstellen umsehen. Das haben wir dann auch 100km lang getan. Erfolglos. Alle geschlossen! Irgendwann bei km 300 war der Tank trocken, also haben wir beide Kanister leer gemacht. In den nächsten 130km sollten wir ja eine Tankstelle finden. Fanden wir auch. Mehrere. Alle geschlossen, aber mit Tankautomaten. Bargeldannahme wie in Italien? Fehlanzeige. Nur Karten. Ich weiß bis heute nicht, welche akzeptiert werden. Deutsche EC- und Kreditkarten jedenfalls nicht. Kurz nach Mitternacht, als wir wieder auf Reserve schalten mussten, kamen wir aus Spritmangel (mitten in Europa!) einfach nicht weiter. Die 4 oder 5 Liter, die jetzt noch im Tank waren, waren wirklich die eiserne Reserve. Damit mussten wir morgen (Sonntag!) noch eine Tankstelle finden. Zunächst aber fanden wir einen tollen und ruhigen Stellplatz im Wald.

Rückfahrt Tag 3: Nach dem Ausschlafen am Sonntagmorgen stürzten wir uns ins Ungewisse. Es waren noch gut 100km bis Deutschland, aber unsere Reserve reicht definitiv nicht mehr so weit. Wir fanden wieder drei Tankstellen. Alle geschlossen und unsere Karten wurden nie akzeptiert. Langsam wurden wir unruhig. Bei der nächsten Tankstelle trafen wir endlich zwei Franzosen, die dort tankten. Englisch sprachen die natürlich nicht, aber wir konnten einem netten Mann schon verständlich machen, dass wir auf seine Karte tanken und bar bezahlen wollten. Unser Tank wurde zwar nicht voll, aber bis Deutschland solls’s reichen.
Bald kam das Schild, was uns sehr deutlich das Ende des Urlaubs verdeutlichte: „DEUTSCHLAND“
Jetzt kamen noch ein paar hundert, recht langweilige, Kilometer deutsche Autobahn und dort natürlich auch prompt der erste Stau des ganzen Urlaubs.
In Eisenach, 30km vor Mühlhausen, unserem Ziel, dann noch das kurze Interview mit dem MDR. (siehe Video). Gegen 21:00 waren wir nach insgesamt 7126Kilometern wieder zu Hause!

Chris601

Vergaser 28 H1-1

Vergaser 28H1-1

Dieser Vergasertyp ist ein Honzontalstromvergaser, bei dem die Ansaugbohrung 28 mm und die Bohrung des Lufttrichter“ 25 mm betragen.

Technische Daten

Lufttrichter                LT   25 (eingespritzt)
Hauptdüse                   HD   113
Ausgleichluftdüse           ALD  100
Mischrohr                   MR   8x0.8
Übergangsbohrung            ÜB   1,0 mm Dmr.
Lage der Übergangsbohrung        1,0 mm vor der geschlossenen
                                 Drosselklappe
Leerlaufdüse                LD   45
Leerlaufluftdüse            LLD  100
Leerlaufgemischdüse         LGD  70         
Leerlaufgemischschraube     LGS
Umgemischschraube           UGS       
Leerlaufbohrung             LB   l.2 mm Dmr.
Schwimmernadellventil       SNV  25 (gefedert)
Kraftstoffhöhe              KH   26±l,5 mm
Zusatzdüse                  ZD   45
Drosselklappe               DK   Durchmesser der Bohrung 1,6 mm

Die Leerlaufgrundeinstellung erfolgt auf der Vergaserfließbank mit anschließender Verplombung der Leerlaufgemischschraube.

Zoom - klick hier

Bild M3. Schematischer Längsschnitt des Vergasers 28H1-1

Schwimmersystem                             (13) Anreicherungsventil	
 (1) Schlauchnippel                         (14) Zusatzdüse (ZD)
 (2) Schwimmernadelventil (SNV)		    
 (3) Schwimmer (S)                          Leerlaufvergaser- und Übergangssystem
 (4) Kraftstoffhöhe (KH)                    (15) Leerlaufdüse (LD)
 (5) Schwimmergehäusebelüftung              (16) Leerlaufluftdüse (LLD)
                                            (17) Leerlaufgemischdüse (LGD)
Hauptvergasersystem                         (18) Leerlaufbohrung (LB)
 (6) Hauptdüse (HD)                         (19) Übergangsbohrung (ÜB)
 (7) Mischrohr (MR)                         (20) Drosselklappe (DK) mit Bohrung
 (8) Ausgleichluftdüse (ALD)                (21) Umgemischkanal
 (9) Zerstäuber (ZS)                        (22) Umgemischschraube (UGS)
(10) Lufttrichter (LT)                      (23) Leerlaufgemischschraube (LGS) plombiert

Anreicherungssystem                         Startvergasersystem
(11) Nocken                                 (24) Starterklappe (SK)
(12) Stößel                                 (25) Gestänge

Wirkungsweise

Der Horizontalstromvergaser 28H1-1 ist ein Vergaser mit einer Ansaugbohrung von 28 mm, der speziell für die Motoren P65/66 des PKW „Trabant“ entwickelt wurde. Die Befestigung des Vergasers am Motor erfolgt mit Hilfe eines Flansches. Ein Austausch gegen die an den vorgenannten Motoren bisher verwendeten Vergaser der Baureihe 28 HB ist unter Beachtung einiger Kriterien möglich. Gegenüber den Vergasern der Baureihe 28HB sind an dem Vergaser 28H 1-1 folgende konstruktive Neuerungen vorhanden:

  1. Um ein einwandfreies Startverhalten und einen stufenlosen Warmlauf des Motors zu gewährleisten, ist der Vergaser mit einer im Ansaugkrümmer asymmetrisch gelagerten Starterklappe ausgerüstet.
  2. Zur Erzielung optimaler Kraftstoff-Luft-Gemische in allen Betriebszuständen des Motors besitzt der Vergaser 28H 1-1 ein mechanisch betätigtes Anreicherungssystem-
  3. Der Vergaser 28H 1-1 hat ein plombierhares Leerlaufver-gasersystem, bei dem die Leerlaufdrehzahl mittels einer Umgemischschrauhe ohne Verslellcn der Drosselklappe einreguliert wird. Damit erfüllt der Vergaser die Forderungen der ECE-Regelung Nr. 15 bzw. des GB1.I, Nr. 5 vom 25.2.1983 zur Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte im Abgas.
  4. Ein optimal abgestimmter Vorzerstäuber garantiert die Aufbereitung eines sehr mageren Kraftstoff-Luft-Gemisches im Teillastbercich.

Schwimmersystem

Der Kraftstoff gelangt vom Kraftstoffbehälter über eine Schlauchleitung und den am Schwimmergehäusedeckel angeschraubten Schlauchnippel zum Schwimmernadelventil. Der mit seinem Scharnierhebel am Schwimmergehäusedeckel angelenkte Schwimmer regelt durch seinen Auftrieb im Kraftstoff dessen Zufluß über das Schwimmernadelventil so ein, daß sich im Schwimmergehäuse immer eine konstante Kraftstoffhöhe in tolerierten Grenzen einstellt. Um die Einwirkung von Motorvibrationen auf die Öffnungscharakteristik des Schwimmernadelvenlils zu verringern bzw. ganz zu eliminieren, ist die Ventilnadel mit einem federnden Stößel ausgerüstet.

Die Innenbelüftung des Schwimmergehäuses erfolgt über die Schlauchleitung aus dem Ansaugkrümmcr (Bild M 4).


Bild M4. Vergaser mit Anreicherungssystem

 (5) Schwimmergehäusebelüftung
 (6) Hauptdüse (HD)
 (8) Ausgleichluftdüse
(11) Nocken
(12) Stößel
(24) Starterklappe (SK)

Hauptvergasersystem

Das Hauptvergasersystem arbeitet nach dem Ausgleichluftdüsenprinzip und ist bei großen Drosselklappenöffnungswinkeln in Tätigkeit.
Durch die im Schwimmergehäuse angeordnete Hauptdüse tritt der Kraftstoff in den Mischrohrschacht ein, wo die Voraufbereitung zu einem Kraftstoff-Luft-Gemisch durch die Zumischung von Luft über die Querbohrungen des Mischrohres erfolgt. Diese sogenannte Ausgleichluft wird durch die Ausgleichluftdüse dosiert. Parallel zum Mischrohrschacht verläuft ein zweiter unbelüfteter Schacht, der über einen Kanal mit ersterem verbunden ist. Dieser Schacht wirkt im oberen Teitlastbereich und bei Vollast als Windkessel und verringert den vor allem bei Zweitaktmotoren vorhandenen Einfluß der Saugrohrschwingungen auf die Gemischaufbereitung.
Der Mischrohrschacht ist über einen Kanal mit den Zerstäuber verbunden, dessen Austritt in der engsten Stelle des Lufttrichters mündet, wo die endgültige Aufbereitung des Kraftstoff-Luft-Gemisches für die Zuführung zum Motor erfolgt.


Bild M5. Vergaser (linke Seite)

(15) Leerlaufdüse (LD)
(23) Leerlaufgemischschraube (LGS)
(25) Gestänge
(26) Anschlagschraube für die Startstellung der Drosselklappe

Anreicherungssystem

Zur Erzielung leistungsgünstiger Kraftstoff-Luft-Gemische bei hohen Lasten bzw. Vollast unter Beachtung verbrauchsgünstiger Kraftstoff-Luft-Gemische im Teillastbercich ist der Vergaser 28H 1-1 mit einem mechanisch gesteuerten Anreicherungssystem ausgerüstet. Bei Drosselklappenöffnungswinkeln ab 38 + 3° öffnet der mit der Drosselklappenwelle verbundene Nocken über den Stößel das Anreicherungsvenlil. Dadurch kann Kraftstoff aus dem Schwimmergehäuse zusätzlich zur Hauptdüse auch über die Zusatzdüse in den Mischrohrschacht gelangen, was in diesem Betriebsbereich zu einer Gemischanfettung führt.
Die Zusatzdüse ist von außen zugänglich und unterhalb des Schlauchnippels im Schwimmergehäuse angeordnet.


Bild M6. Vergaser (rechte Seite)

(14) Zusatzdüse (ZD)
(22) Umgemischschraube (UGS)

Leerlaufvergaser- und Übergangssystem

Läuft der Motor im Leerlauf, d.h., das Gaspedal ist nicht betätigt (die Drosselklappe ist geschlossen), kann das Hauptvergasersystem nicht arbeiten. In diesem Betriebsbereich liefert das Leerlaufvergasersystem das Kraftstoff-Luft-Gemisch. Der Kraftstoff wird dem Mischrohrschacht entnommen und über einen Kanal der Leerlaufdüse zugeführt, die diesen dosiert. Hiernach gelangt der Kraftstoff in den Leerlaufgemischkanal, wo ihm Luft zugemischt wird, die über die Leerlaufluftdüse eintritt.
Für den Grundleerlauf (niedrigste Leerlaufdrehzahl), der bei völlig geschlossener bzw. ganz wenig geöffneter Umgemischschraube erreicht wird, dosiert die Leerlaufgemischdüse über die Leerlaufbohrung Leerlaufgemisch zu der durch die Bohrung in der Drosselklappe strömenden Leerlaufluft.
Wird eine Drehzahlerhöhung für den Motorleerlauf gewünscht bzw. ist diese infolge erhöhter Reibleistung (Winterbetrieb, neuer Motor u.a.) notwendig, kann durch Öffnen der Umgemischschraube zusätzlich Leerlaufluft durch den Umgemischkanal strömen. Die Entnahme dieser Luft erfolgt am Auslauf des Lufttrichters im Ansaugkanal.
Zur Einregulierung von CO-Werten innerhalb des Grenzwertbereiches gemäß ECE-Rcgelung Nr. 15 bzw. GB1.I, Nr.5 vom 25.2.1983 ist die Leerlaufgemischschraube vorhanden, die nach einer abgasgerechten Leerlaufeinstellung mit Plaststopfen plombiert wird.
Beim Öffnen der Drosselklappe über den Leerlauf beginnt die Übergangsbohrung zusätzliches Kraftstoff-Luft-Gemisch zu liefern, wodurch die Phase bis zum Einsatz des Hauptvergasers überbrückt wird.

Startvergasersystem

Zum Starten des Motors in kaltem Zustand ist ein kraftstoffreiches Gemisch erforderlich. Dies wird durch Erhöhen des Ansaugunterdruckes beim Schließen der Starterklappe erreicht, was von Hand durch einen Seilzug erfolgt.
Beim Schließen der Starterklappe öffnet gleichzeitig das Gestänge die Drosselklappe um einen genau festgelegten Öffnungswinkel, der mit der Anschlagschraube (26. Bild M 5) eingestellt wird. Hierbei wird die Übergangsbohrung freigegeben und es erfolgt in der Startphase eine Gemischanfettung durch das Übergangssystem und in gewissen Grenzen auch durch das Hauptvergasersystem. Nach dem Anspringen des Motors kann somit auch eine erhöhte Leerlaufdrehzahl eingestellt werden. Die Starterklappe ist stufenlos verstellbar und gestattet eine individuelle Anpassung der Warmlaufdrehzahl entsprechend den klimatischen Bedingungen.

Einstellwerte und Wartungshinweise

Schwimmereinstellmaß

Das Richtmaß zur Vorjustierung des Schwimmers beträgt 17,6 mm, wobei aber nur durch die Messung mit einem Standrohr (Innendurchmesser 6mm) Aufschluß über die tatsächliche Kraftsloffhöhe im Schwimmergehäuse gegeben wird, die 26 ± 1,5mm (gemessen von der Schwimmergehäuseoberkante) betragen muß.

Bild M7. Schwimmereinstellmaß


Bild M8. Kraftstoffhöhe im Schwimmergehäuse

Grundstellung der Drosselklappe

Um ein eventuelles Klemmen der Drosselklappe im Leerlaut (geschlossene Drosselklappe) zu vermeiden, wird diese durch eine gesonderte, einstellbare Anschlagschraube um den Öffnungswinkel 0,2+0,2° (Drosselklappenweg 0.06°+0,04 mm) angestellt. Die Kontermutter der Anschlagschraube ist mit einer zusätzlichen Farbsicherung versehen, um ein unbefugtes Lösen derselben zu verhindern, da durch eine über das höchstzulässige Maß angestellte Drosselklappe das Leerlaufverhalten des Motors negativ beeinträchtigt wird.

Bild M9. Einstellung der Drosselklappe

Die Justierung der Drosselklappengrundstellung erfolgt analog der Einstellung des Luftsteuerventils beim Vergaser 28H4-1. Hierzu ist aber ein Taststift mit einer Länge von 20 mm erforderlich. Zum Einstellen sind folgende Arheitsgänge auszuführen, wozu der Vergaser aus dem Fahrzeug auszubauen ist.

  • Vergaser außen reinigen. Vergaserflansch planen und Vergaser mit Druckluft außen und speziell die Ansaugbohrung ausblasen. Achtung! Keinesfalls mit Druckluft in die Bclüftungsnippel des Schwimmergehäuses blasen, da hierdurch der Schwimmer deformiert wird. Es ist daher zweckmäßig, den Belüftungsschlauch vom Ansaugkrümmer abzuziehen und mit einem Stopfen zu verschließen.
  • Kontermutter der Anschlagschraube lösen (Steckschlüssel 7 mm SW) und die Anschlagschraube soweit herausschrauben, bis die Drosselklappe völlig geschlossen ist.
  • Vergaserflansch planen.
  • Meßvorrichtung mit Meßuhr am Vergaserflansch aufsetzen. Dabei ist zu beachten, daß der Taststift der Meßuhr unmittelbar an der Saugrohrwandung enllanggleitet (aber nicht daran schleift!) und an der geschlossenen Drosselklappe anliegt.
  • Meßuhr in dieser Stellung auf „0“ stellen und die Anschlagschraube so weit hineindrehen, bis die Drosselklappe sich um das Maß 0,06+0,04mm öffnet, wobei ein Mittelmaß von 0,08 mm anzustreben ist.
  • Kontermutter festziehen (hierbei darf sich das Maß 0,06+0,04 mm nicht unzulässig verändern!) und die Anschlagschraube und Kontermutter zusätzlich mit roter Lackfarbe sichern.

Startstellung der Drosselklappe

Um ein einwandfreies Kaltstartverhalten des Motors zu gewährleisten, wird die Drosselklappe bei geschlossener Startcr-klappe um den Öffnungswinkel 11+1° geöffnet. Dies entspricht einem Spaltmaß von 0,6 ±0,1 mm zwischen Drosselklappe und Saugrohrwandung. Zum Einstellen der Drosselklappenstartstellung ist der Vergaser ebenfalls aus dem Fahrzeug auszubauen.

Bild M10. Einstellung der Drosselklappe bei Kaltstart

Einstellung

  • Ansaugkrümmer bis zum Anschlag auf das Vergasergehäuse aufstecken und festschrauben (Anzugsmoment der Innensechskantschraube 2,5+0,5Nm).
  • Drosselklappe durch Betätigung des Drosselklappenhebels ein wenig öffnen und einen Meßstift (0,6 mm Dmr.) an der tiefsten Stelle zwischen Drosselklappe und Saugrohrwandung einklemmen.
  • Anschlagschraube nach dem Lösen der Kontermutter bei geschlossener Starterklappe so einstellen, daß der Anschlaglappen des Anstellhebels von der Anschlagschraube gerade berührt und der Drosselklappenhebel dabei nicht bewegt wird.
  • Kontermutter festziehen; der Meßstift (0,6 mm Dmr.) muß sich bei geschlossener Starterklappe zwischen Drosselklappe und Saugrohrwandung leicht bewegen lassen.

Zur Beachtung!

Die vorgeschriebene Startstellung der Drosselklappe ist nur bei bis zum Anschlag aufgestecktem Ansaugkrümmer gewährleistet! Bei Nichteinhaltung dieser Bedingung vergrößert sich das Spaltmaß unzulässig und das Startverhalten des Motors verschlechtert sich. Beim Starten des Motors tritt bei gezogenem Starterzugknopf ein ,,Klirrgeräusch“ auf, das durch die asymmetrisch gelagerte, federbelastete Starterklappe verursacht wird. Dieses Geräusch verschwindet beim Hineinschieben des Starterzugknopfes.

Einsatzpunkt des Anreicherungssystems

Bei einem Drosselklappenöffnungswinkel von 38+3°(Drosselklappenweg 7.95+0,4 mm bzw. Spaltmaß zwischen Drosselklappe und Saugrohrwandung 4.2+0,3mm) beginnt das Anreicherungsventil zu öffnen.
Zum Einstellen des Öffnungsbeginns des Anreicherungsventils ist der Vergaser ebenfalls aus dem Fahrzeug auszubauen und der Schwimmergehäusedeckel abzunehmen.
Die Einstellung des Öffnungsbeginns erfolgt am Stößel, der auf das Richtmaß 23±l mm voreingestellt wird (siehe Bild M 11).
Ein Vergrößern dieses Maßes (durch Hineindrehen des Stößels mittels eines Madenschraubendrehers) bewirkt ein früheres und das Verkleinem (durch Herausdrehen des Stößels) ein späteres Öffnen des Anreicherungsventils. Die Arretierschraube des Stößels ist ebenfalls mit einer zusätzlichen Farbsicherung versehen.
Zur Einstellung des Öffnungsbeginns des Anreicherungsventils, die wiederum analog der Einstellung des Luftsteuerventils beim Vergaser 28HB4-1 erfolgt, sind auch ein Infralyt-Gerät und ein U-Rohr-Manometer erforderlich, das mittels eines Schlauchnippels anstelle der Zusatzdüsenverschlußschraube anzuschließen ist.

Bild M11. Justiermaß des Stößels

Zum Einstellen des Öffnungsbeginns des Anreicherungsventiels sind folgende Arbeitsgänge notwendig:

  • Drosselklappengrundstellung einstellen.
  • Schwimmergehäusedeckel abnehmen.
  • Zylinderschraube lösen und Stößel herausnehmen.
  • Richtmaß 23±l mm kontrollieren bzw. nach Lösen der Hutmutter einstellen.
  • Stößel wieder einsetzen, Dichtring an der Arretierschraube erneuern, diese festziehen und mit roter Lackfarbe sichern.
  • Zusatzdüsenverschlußschraube entfernen.
  • Zusatzdüse herausschrauben.
  • Zugelötete Düse einschrauben.
  • Schlauchnippel in Verschlußbohrung (mit Dichtring) einschrauben.
  • Schlauchleitung von der Rohrverzweigung des U-Rohr-Manometers auf den Schlauchnippel aufstecken und Infralyt-Gerät einschalten.
  • Meßvorrichtung mit Meßuhr am Vergaserflansch aufsetzen (der Taststift muß an der Drosselklappe anliegen!). Meßuhr in dieser Stellung auf „0“ stellen und die Drosselklappe durch Betätigung des Drosselklappenhebels soweit öffnen, bis die Wassersäule im U-Rohr-Manometer abzufallen beginnt. Dieses muß bei einem Drosselklappenweg von 7,95+0,4 mm erfolgen oder als vereinfachte Methode (Behelfslösung) die Drosselklappe soweit öffnen, bis sich ein Meßstift von 4.2 mm Dmr. an der tiefsten Stelle gerade zwischen Drosselklappe und Saugrohrwandung einschieben läßt. Auch in dieser Stellung muß die Wassersäule gerade abzufallen beginnen.
  • Gegebenenfalls die Stößellänge durch Nachjustierung mittels eines Madenschraubendrehers korrigieren, wobei kein Druck auf den Stößel ausgeübt werden darf. Die Hutmutter festziehen und den Öffnungsbeginn des Anreicherungsventils nochmals kontrollieren.
  • Infralyt-Gerät abschließen. Schlauchnippel und zugelötete Zusatzdüse herausschrauben. Zusatzdüse 45 und Verschlußschraube einschrauben.
  • Schwimmergehäusedeckel aufsetzen und die Sechskantschrauben über Kreuz gleichmäßig festziehen. Hierbei ist generell eine neue Dichtung zu verwenden, da mit einer bereits gebrauchten Dichtung keine l00%ige Abdichtung des innenbelüfteten Schwimmergehäuses gewährleistet ist.

Leerlaufeinstellung

Die Leerlaufeinstellung des Vergasers 28H1-1 weicht von der bisher bekannten Einstellpraxis ab, da die Drosselklappenstellung für den Leerlaufbetrieb nicht verändert wird. Im Herstellerwerk erfolgt die Grundeinstellung des Leerlaufes auf Vergaserfließbänken. Die Leerlaufgemischschraube wird dabei so eingestellt, daß die CO-Emissionswerte innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte liegen. Anschließend wird die Leerlaufgemischschraube mit einem Plaststopfen (Farbe gelb/weiß) verplombt.
Die Einregulierung der Leerlaufdrehzaht auf n=700+100 U/min erfolgt mit der Umgemischschraube.

Hineinschraubcn der UGS = Leerlaufdrehzahl kleiner

Herausschrauben der UGS = Leerlaufdrehzahl größer

Die Leerlaufdrehzahl ist bei betriebswarmem Motor mit einem Drehzahlmesser zu kontrollieren. Liegt dabei der CO-Wert innerhalb der zulässigen Grenzen, ist die Einstellung des Leerlaufs beendet. Muß der CO-Wert korrigiert werden, so ist der Plaststopfen zu entfernen und mit der Leerlaufgemischschraube der CO-Wert mittels eines Schraubendrehers unter Beachtung der Leerlaufdrehzahl neu einzustellen.

Hineinschrauben der LGS = CO-Wert kleiner

Herausschrauben der LGS = CO-Wert größer

ACHTUNG!

Zur Vermeidung von Falschluft ist vor der Leerlaufgemischdüsen-Verschlußschraube am Vergaserflansch zusätzlich ein Gummistopfen eingedrückt, der etwa 0.15 mm an der Flanschfläche übersteht, und die Drosselklappenwelle ist mit einem Wellendichtring zum Schwimmergehäuse abgedichtet.

Vielen Dank nochmal an Andrè fürs scannen und „kupy“ für die OCR-Arbeit!

Erinnerungen an unsere Scheune und die Suche nach dem neuen Clubheim

Erinnerungen an unsere Scheune und die Suche nach dem neuen Clubheim

Eine alte Scheune in der Hollenbacher Landstraße 35 diente uns ursprünglich als Clubdomizil. In dieser alten Scheune hatten wir uns eine kleine Küche für die Verpflegung eingerichtet, der Dachboden diente uns als Lager für Ersatzteile und vor dem Gebäude hatten wir uns ein gemütliches Vordach (unser Carport) mit Sitzmöglichkeiten aufgebaut. Hier wurden zahlreiche Benzingespräche geführt, Vereinsfahrten geplant und auch die eine oder andere Fete gefeiert. Ich erinnere mich noch gut an einen Hut in den die Trabischlüssel geworfen wurden wenn mal schöngeistige Getränke auf den Tisch kamen. Damit wurde verhindert, dass die Mitglieder zum Wanderverein wechselten. In den Wintermonaten wurde das wöchentliche Treffen in Ede´s Kneipe verlegt unweit der Scheune dort wo jetzt der Normaparkplatz ist.

Leider kündigte uns der Eigentümer überraschend dieses Domizil da er es selbst benötigte. Vorerst gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten und vor allem bezahlbaren Objekt recht schwierig. In zahlreichen Tageszeitungen wurde von unserer Suche berichtet, zum Kirmesumzug der Mühlhäuser Stadtkirmes gestalteten wir ein eigenes Thema, es wurden viele Möglichkeiten genutzt um uns bei möglichst vielen Leuten Gehör zu verschaffen. Einige Gebäude die leider ungeeignet oder zu weit entfernt waren wurden besichtigt. Eines Tages bot uns dann die Stadtverwaltung Mühlhausen ein Gebäude in der Mühlstraße an. Dieses Gebäude diente Ursprünglich als Kindergarten des VEB Cottana und stand nun leer. Endlich hatten wir eine Zukunft für unseren damals noch jungen Verein vor den Augen. Ich persönlich konnte mich anfangs nicht so richtig mit dem neuen Gebäude anfreunden, hatten wir doch rings um die Scheune herum viele Grünflächen mit Apfelbäumen auf denen Pouch, Camptourist, Queck Junior und Co immer einen Platz fanden. Dieses Gefühl verschwand sehr schnell mit der Gestaltung der Räume. Nach und nach zogen wir mit unserem Clubinventar ein und nun hieß es nicht mehr „kommst du in die Scheune“ sondern „kommst du in den Club“. Das von uns in der Hollenbacher Landstraße errichtete Carport wurde dort abgebaut und in der Mühlstraße wieder aufgebaut. Es wurden Wände entfernt ein Tor eingebaut, ein Schornstein errichtet und die Mädels malten die heute noch existierenden Trabis an die Wände. Nun waren wir angekommen.

André Thon

 

 

22. Trabanttreffen 02.06.17-05.06.17 (Pfingsten) in Mühlhausen

Hallo liebe Trabant- und IFA-Freunde,

liebe Freunde alter Fahrzeuge,

bald ist es wieder soweit. Der Countdown zu unserem 22. Trabanttreffen läuft. Wir freuen uns riesig, EUCH an Pfingsten, vom 02.06. bis 06.06.2017, wieder zu sehen. Das Treffen wird auf der großen Wiese am Freibad Schwanenteich in Mühlhausen statt finden.

Wie gewohnt werden wir das Gelände mit den mobilen Pralinen ostdeutscher Fahrzeugbaukunst verschönern. Andere Fabrikate sind natürlich auch herzlich willkommen.

Selbstverständlich stehen Toiletten, Duschen und Strom zur Verfügung. Für die kulinarischen Hochgenüsse haben wir einen großen Grill organisiert.  Bei Durst und sonstigen Sorgen wendet euch vertrauensvoll an die Theke.

Solltet Ihr Euren Urlaub in unserer wunderschönen Stadt verbringen wollen, empfehlen wir Euch den Campingplatz mit Bungalow's- bitte vorher anmelden.

Zum Ablauf:

Freitag: Anreise

Samstag: Feier mit Band

Sonntag: Ausfahrt, Fahrzeugbewertung, anschließend nettes